Du beginnst ein Intervall mit 200 W. Obwohl du deinen Trittrhythmus änderst, bleibt der Wert nahe am Ziel. Genau das soll der ERG-Modus am Rollentrainer erreichen: Die App gibt eine Leistung vor, und das Gerät verändert den Widerstand, damit du sie halten kannst. Das Fahrgefühl ändert sich allerdings deutlich, wenn die Trittfrequenz plötzlich einbricht.
Wer dieses Verhalten versteht, verwechselt eine normale Funktion nicht so leicht mit einem Defekt. ERG ist bei strukturierten Einheiten bequem, aber nicht für jede Belastung die beste Wahl. Außerdem muss die App den Trainer tatsächlich steuern. Empfängt sie nur die Wattwerte, kann das Training auf dem Bildschirm erscheinen, ohne dass die Belastung geregelt wird. Prüfe vor dem Start, ob ERG für dieses konkrete Training verfügbar ist.
Wie der Widerstand geregelt wird und warum die Trittfrequenz wichtig ist
Bei einer programmierten Einheit hat jeder Block eine Zielleistung. Ist ERG eingeschaltet, passt der Smart-Trainer den Widerstand an, um diesen Wert möglichst zu erreichen. Es geht nicht um eine virtuelle Steigung: Während des Intervalls richtet sich die Belastung nach dem Training.
Lies zur Einordnung was ein Smart-Trainer während einer Einheit macht und unterscheide zwischen den Daten, die er sendet, und den Steuersignalen, die er empfängt. Stell dir einen Block mit 180 W vor. Wechselst du von einer angenehmen zu einer deutlich niedrigeren Trittfrequenz, musst du bei jedem Tritt mehr Kraft aufbringen, um diese Wattzahl zu halten. Der Trainer reagiert meist mit mehr Widerstand, wodurch es schwieriger wird, wieder in den Rhythmus zu kommen. Trittst du wieder schneller, senkt er den Widerstand. ERG regelt den Widerstand, tritt aber nicht für dich und macht ein zu hoch gesetztes Ziel auch nicht sinnvoller.
Diese Reaktion erklärt, warum sich ein plötzlicher Einbruch der Trittfrequenz wie eine Blockade anfühlen kann. TrainerRoad empfiehlt bei den meisten ERG-Blöcken einen gleichmäßigen, angenehmen Rhythmus. Du musst keine allgemeingültige Drehzahl anstreben, sondern mit gleichmäßigem Tritt ins Intervall starten. Wenn du erst wartest, bis der Widerstand steigt, und dann schneller trittst, wird es meist schwierig.
Passiert dir das häufig, lies nach, wie du die Trittfrequenz auf dem Rollentrainer trainierst, und beginne das nächste Intervall mit einem Rhythmus, den du halten kannst. Lässt sich die Pedalbewegung wegen der Belastung nicht mehr kontrollieren, senke vorübergehend die Intensität, sofern die Plattform das erlaubt. Du kannst auch sicher anhalten und nach einer Pause wieder in deinen Rhythmus finden. Gegen einen Widerstand anzukämpfen, der die Pedale zum Stillstand bringt, verbessert die Qualität des Intervalls nicht.
Wann er hilft und wann du ihn besser ausschaltest
ERG ist bei längeren Blöcken mit festgelegter Leistung nützlich: Du musst nicht jede kleine Schwankung durch einen Gangwechsel korrigieren. Bei einem langen Intervall kannst du dich auf einen gleichmäßigen Tritt konzentrieren und beobachten, wie deine Atmung reagiert. Das erleichtert es, die geplante Struktur einzuhalten. Kleine Schwankungen solltest du dabei akzeptieren, statt jede Sekunde perfekte 180 W anzustreben.
Bei einem kurzen Antritt braucht der Trainer dagegen unter Umständen länger, um die gewünschte Belastung zu erreichen, als die Anstrengung dauert. Manche VO2max-Intervalle auf dem Rollentrainer lassen sich mit ERG fahren. Bei einem Sprint möchtest du die Belastung aber vielleicht selbst regeln. Probiere den Modus aus, mit dem du das Intervall fahren kannst, ohne die Pedalbewegung abzubremsen oder bei jedem Tritt auf den Bildschirm zu schauen.
Was sich bei einem FTP-Test ändert
In den Belastungsintervallen eines zwanzigminütigen oder achtminütigen FTP-Tests verwendet TrainerRoad einen freien Modus oder Widerstandsmodus. Gemessen werden soll, welche Leistung du halten kannst, ohne dass ERG sie vorgibt. Ein Stufentest kann je nach Plattform hingegen mit ERG funktionieren. Das Testprotokoll ist entscheidend: Wechsle nicht den Modus, nur weil ein anderer Test anders abläuft.
ERG, manuelle Widerstandssteuerung und Steigungssimulation
Im freien Modus oder Widerstandsmodus veränderst du die Belastung über Gangwahl, Trittfrequenz oder die eingestellte Stufe. Die Leistung ist das Ergebnis dessen, was du tust, und kein Sollwert, den der Trainer durchzusetzen versucht. Bei der Simulation verändert die App den Widerstand entsprechend dem virtuellen Gelände.
Die Plattformen verwenden unterschiedliche Bezeichnungen und Bedienelemente. Prüfe deshalb, welcher Modus tatsächlich angezeigt wird. Unser ZDrive MAX für das Training mit steuerbarem Widerstand lässt sich über Bluetooth FTMS, ANT+ oder USB mit kompatiblen Simulatoren verbinden. Diese Verbindung allein aktiviert ERG noch nicht: Die App muss den Trainer als steuerbares Gerät erkennen, und du musst ein Training starten, das den Modus unterstützt. In Zwift erscheint die ERG-Einstellung beispielsweise innerhalb der Workouts, nicht bei jeder freien Fahrt.
Wenn der Widerstand anders reagiert als erwartet
Prüfe, ob der Trainer mit Strom versorgt wird und in der App sowohl als Leistungsquelle als auch als Gerät zur Widerstandssteuerung gekoppelt ist. Zycle weist darauf hin, dass in Zwift im Bereich für den Widerstand das steuerbare Gerät angezeigt werden muss. Hält ein anderes Smartphone noch eine Bluetooth-Verbindung zum Trainer, trenne sie und kopple das Gerät erneut, bevor du den Versuch wiederholst.
Überprüfe anschließend die Zielleistung, den eingestellten FTP-Wert und die Art des Blocks. Ein freies Intervall verlangt vom Trainer nicht, eine bestimmte Wattzahl zu halten. Ein zu hohes Ziel kann sich wiederum wie ein kaum zu überwindender Widerstand anfühlen. Aktualisiere die Firmware nur nach den Anweisungen von Zycle. Ändert sich die Belastung nach diesen Prüfungen nicht, notiere App, Modus und Verhalten für eine Anfrage beim Support.
Wähle den Modus passend zur Einheit
Schau vor dem Start, was der Block verlangt. Bei einem langen Intervall mit vorgegebener Leistung kann ERG helfen, gleichmäßig zu fahren. Bei einem Sprint oder einem Maximaltest bietet der freie Modus mehr Spielraum, deine Kräfte einzuteilen. Wechsle den Modus entsprechend dem Trainingsziel, nicht weil einer fortschrittlicher wirkt als der andere.
Wird der Widerstand bei sinkender Trittfrequenz härter, überprüfe zuerst Rhythmus und Zielleistung. Kommt der Trainer nie in die Nähe des Sollwerts, prüfe, ob die App den Widerstand steuert. Das sind unterschiedliche Probleme, die unterschiedlich gelöst werden müssen. Ein kurzer Versuch vor der Haupteinheit hilft, sie zu erkennen, ohne das Training in eine Folge improvisierter Einstellungen zu verwandeln.




